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#1

Von Abisko nach Saltoluokta

in Fotos, Berichte und Touren 12.10.2017 21:12
von Erny | 95 Beiträge

Tja, irgendwie hakt das dieses Jahr mit dem Wanderbericht. Aber ich muss ihn ja auch nicht in einem Stück hier hineinsetzen, sondern kann stückchenweise mich da durchkämpfen.

Also fange ich einfach mal an:

20. August

Nach einer langen Zugfahrt war ich kurz vor 16:00 Uhr in Abisko-Östra angekommen. Da ich nicht auf den Kungsleden wollte, sondern durch das Lappenporten wandern, bin ich schon hier ausgestiegen, und nicht erst eine Station weiter, bei der Abisko-Turiststation.

Auf dem Bahnsteig verkroch ich mich erst einmal in die Wartehalle, um mein Rucksack wandergerecht umzupacken, und auch um meine Regenklamotten aus dem Rucksack zu holen und anzuziehen, denn es regnete, und das nicht einmal so wenig. Toll sah das hier wirklich nicht aus. Das Wasser stand auf der Straße und im Gelände. Alles sah so aus, als ob es hier schon länger geregnet hat, und auch nicht so schnell damit aufhören würde.



Fertig aufgerödelt ging ich aus der Station und auf der Straße nach Nordwest, um auf den Weg zum Lappenporten zu kommen. Dort, wo der Weg, laut Karte, sein sollte, war er nicht So versuchte ich erst einmal dort, wo ein schmaler Wanderweg nach Norden führte, aus dem Ort heraus zu kommen.

So richtig führe der Weg mich nicht in die richtige Richtung, und irgendwann kam sogar ein Schild, dass es dort Richtung Kungsleden gehen würde, also Richtung Nordost, wobei ich doch aber in Richtung Nordwest wollte. Da ich aber keinen anderen Weg fand, ich ging erst einmal in Richtung des Kungsledens, bis ein Weg von dort in Richtung Süden abbog. Den nahm ich, auch wenn es dort keine Beschilderung gab.

Es ging erst einmal weiter so ein bisschen kreuz und quer durch den Wald. Ich schien auf Rundwegen geraten zu sein, die um den Ort Abisko herum vorhanden waren. Immer wenn ich an einen Abzweig kam, der eher in meine gewünschte Richtung verlief, bog ich dorthin ab. Irgendwann kam sogar ein Abzweig, mit einem Hinweis, dass es dort zum Lappenporten ging. Na, das war doch endlich mal was. Schon bald kam ich auch an einen kleinen See, der doch schon so groß war, dass er auf der Karte eingezeichnet war.



Nun, da ich wusste, dass ich östlich vom Bajip Njáhkájávri stand, wusste ich auch, wo ich war, und das der unmarkierte Weg, auf dem ich längs ging, und der in der Wanderkarte eingezeichnet war, mich zum Lappenporten führen würde.

Bald tauchte vor mir der Báddosdievvá auf. Eine kleine Felserhöhung, die hier ziemlich markant aus dem Gelände ragt. Wohl auch deshalb eine alte heilige Stätte der Samen. Auch wenn es inzwischen so sehr regnete, dass ich die Kamera nicht aus der Tasche nehmen wollte, klettere ich auf diesen Felsen, um mir die Landschaft von oben anzusehen. Viel zu sehen gab es nicht, dazu hingen die Wolken zu tief. Aber es war schon beeindruckend, wie der Felsen, aus dieser doch, leicht nach Südosten ansteigende Ebene, herausragte.

Da der Regen immer stärker wurde, beschloss ich, am nächsten Bach für heute Schluss zu machen. So richtig wie ein Bach sah es dann doch nicht aus, aber es floss in verschiedenen kleinen Rinnsalen, auch wenn die nur ein paar Zentimeter breit und tief waren, Wasser durch die Gegend, sodass ich dort das Zelt aufschlug.



21. August

Der Tag fing nicht so gut an. Ich hatte schlecht geschlafen, bin mit Kopfschmerzen wach geworden und daher bis nach 10 Uhr im Schlafsack geblieben. Habe mich dann aber doch aufgerafft, da ich, selbst wenn ich an dem Tag nicht weit kommen würde, es doch bis zum nächsten richtigen Bach schaffen wollte. Der Weg war ziemlich steinig und mühsam, aber das empfand ich auch vielleicht nur so, weil jeder Schritt einen Stoß in meinem geplagten Kopf hinterließ.



Wie geplant, lief ich nur bis zum nächsten Bach, das waren im Grunde nicht einmal zwei Kilometer. Dort fand ich aber dafür einen tollen Platz, baute das Zelt auf, machte noch eine kleine Runde mit der Kamera, um mal zurück zum Torneträsk zu schauen,



und gegen halb vier lag ich auch bereits im Schlafsack, in dem ich dann auch bis halb neun am nächsten Tag durchschlief. Ich schien es nötig gehabt zu haben.


22. August.

Nach einem gemütlichen Frühstück machte ich mich kurz nach elf Uhr auf den Weg. Heute sollte es durch das Lappenporten gehen. Der Himmel war bewölkt, aber es sah nicht direkt nach Regen aus. Trotz dichter Wolkendecke konnte man die Berge in der näheren Umgebung sehen, und, es lag noch sehr viel Schnee an den Hängen. Ich hatte schon in Lübeck, in den Wochen vor der Tour, den Wetterbericht verfolgt gehabt. So richtig war der Sommer bis jetzt hier noch nicht eingetroffen.

Mit der Zeit kam sogar ein blauer Himmel zum Vorschein, sodass es sich auch lohnte, ein paar Fotos von der Umgebung zu machen.



Und das Lappenporten sah von hier ganz anders aus als von der Abisko-Turiststation.



Zurück in Richtung des Torneträsk sah da Wetter sogar richtig gut aus:



Nach vorne ging es weiter stetig bergauf, und die Wolken kamen immer tiefer. Ab dem Bach, der von Süden vom Nissoncorru herunterfloss, war der Wanderweg dann auch markiert. Wobei man etwas schauen musste, um die Markierung zu erkennen. Die Markierung bestand oft nur aus einem kleinen Stein, der auffällig auf einem anderen Stein lag, oder einer Steinplatte, die statt zu liegen, senkrecht zwischen zwei Steinen eingeklemmpt war. Man musste also schon schauen, ob es Steine gab, die in einer unnatürlichen Art herumlagen, und somit von Hand so hingelegt worden sind



Und dann stand ich direkt vor dem Lappenporten, und quetschte mich rechts von dem See an den Torpfosten vorbei.



Ein Blick zurück. Zwischen den beiden Torpfosten war doch ausreichend Platz, sodass ich nicht durch den See gehen musste. Wie man aber beim folgenden Foto sehen kann, war auch das Gelände mit Wasser vollgesogen. Das Wetter muss hier schon seit Wochen beschi… gewesen sein.



An dem zweiten, dem kleineren See, der am Torausgang lag, machte ich an dem Bach, der dort vom Berg herunterkam, Schluss für heute. Auch wenn die Gegend eigentlich schön eben war, war es gar nicht so leicht, einen Zeltplatz zu finden. Überall gab es Wasserlachen. Da musste man richtig suchen, um einen Platz, der zwei mal einen Meter durchgehend trocken war, zu finden.



Im Hintergrund der Tjuonatjåkka, der östliche Pfosten des Lappenporten.

Auch wenn das Wetter schlecht war, es kalt und windig war, drehte ich mit der Kamera noch eine kleine Runde. Dabei fand ich einen Stein, der vor einiger Zeit noch so heiß gewesen sein muss, dass er damals flüssig gewesen war. Aber das muss wirklich schon eine Weile her gewesen sein, denn er strahlte überhaupt keine Wärme mehr ab.





So, das war na klar noch nicht alles. Mal sehen, wann es weitergeht. Wenn ich schnell bin, schon in ein paar Tagen.


.


http://www.christian-ernst.org/

zuletzt bearbeitet 12.10.2017 21:16 | nach oben springen


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