Fjällforum
#1

Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 28.01.2010 15:32
von Geko | 7 Beiträge

Hallo zusammen.

Bei mir geht es im August zum nördlichen Kl. Wir haben vor die Etappe von Abisko bis Vakkotavare zu laufen. Da das meine erste Wandertour in dieser Richtung und über einen längeren Zeitraum ist, bin ich noch dabei mir die entsprechende Ausrüstung zusammen zu kaufen. Dabei eröffnete sich mir folgendes Problem: Ich habe nicht das Geld um mir eine hochwertige Goretex-Jacke zuzulegen, die den Strapazen eines schweren Rucksacks standhält. Also muss ich eine Ausweichmöglichkeit finden. Dabei bin ich auf einen Atmungsaktiven Poncho gestoßen, der auch den Rucksack mit bedeckt. Es gibt so ein Modell von Tatonka wie auch von Wafö.

Hat von euch schon jemand so ein Teil benutzt? Wie sind eure Erfahrungen?

Insbesondere interessiert mich, ob euch der doch recht voluminöse Poncho bei ansprucsvolleren Etappen behindert hat. Außerdem würde mich interessieren, wie die Luftzirkulation darunter ist. Eine weitere Frage wäre, ob ich zu dem Poncho noch Gamaschen tragen sollte um meine Unterschenkel vor Nässe zu schützen. Wie steht es mit der Windanfälligkeit? Komme ich mit dem Teil noch voran, wenn ich mal gegen den Wind laufen muss und kann man es sicher am Rucksack befestigen, sodass er nicht davon fliegt?

Viele Probleme, viele Fragen... Ich hoffe ihr könnt mir ein bisschen Beratung zukommen lassen, bevor ich in den Laden gehe.

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#2

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 28.01.2010 16:26
von rumpelwicht | 9 Beiträge

Hallo Geko,
Gamaschen sind m.E. auf jeden Fall sinnvoll - halten nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch Steinchen und Gestrüpp von deinem Schuhinneren bzw. deiner Hose fern.
Meine Erfahrungen zum Thema Poncho beschränken sich leider auf meine schon länger zurückliegende Pfadfinderzeit: damals hatte ich mir mangels passender Jacke mal einen geliehen und fands nicht so toll (hatte nicht mal Sturm). Ich finde, eine haltbare, durchdachte, rucksacktaugliche Jacke (die ja trotzdem nicht die Welt kosten muss -> "WSV", Sonderangebote) lohnt sich auf jeden Fall, bin jedenfalls mit meiner seit >5 Jahren sehr zufrieden.
Für den Poncho würde wohl die Tatsache sprechen, dass auch der Rucksack geschützt ist (da gibt es aber auch andere Möglichkeiten).

gruß Stefan

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#3

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 28.01.2010 16:42
von Sápmi | 283 Beiträge

Ich hatte mal den von Tatonka. Das war insgesamt nicht so das Wahre, wie ich finde. Zum einen waren zumindest bei diesem Modell die Ärmel nicht lang genug, so dass bei starkem Regen auch ein Teil der darunter getragenen Kleidung im vorderen Unterarm-Bereich nass wurde. Dazu kommt, dass so ein Poncho, vor allem mit Rucksack drunter, auch nich soo besonders lang ist, und damit auf jeden Fall bei anhaltendem Regen auch eine Regenüberhose erfordert.
Was ich auch immer recht nervig fand, war das Überziehen des Ponchos. Ich bin allein unterwegs und da ist es ein ziemlicher Act, d.h. man kann sich den Poncho ja nicht selbst über Kopf, Oberkörper UND Rucksack ziehen. Also zuerst Rucksack absetzen, das Ponchofach entsprechend drüberziehen, dann vorne irgendwie hochkrempeln und dann den Rucksack aufziehen und gleichzeitig den Poncho über den Kopf wurschteln. Klingt kompliziert? Ist es auch. (und irgendwann war das Ding nicht mehr wasserdicht, Imprägnierspray hat auch nix mehr genützt).
Ich bin mittlerweile auf Regenjacke + Rucksackhülle umgestiegen. Die Hülle hab ich permanent drauf, hat auch den Vorteil, dass der Rucksack sonst (beim Abstzen unterwegs, im Flugzeug oder im Bus-Gepäckfach, usw.) geschützt wird. Und wenn es dann mal ein paar Tropfen regnet, ist der Rucksack auf jeden Fall geschützt und ich muss mir nur noch überlegen, wann es mir selbst zu viel wird, so dass ich die Regenjacke doch noch raushole. Dazu muss ich den Rucksack zwar dann auch absetzen, aber eben nur kurz. Bei noch stärkerem Regen ziehe ich dann auch noch die Regenhosen drüber (leichten Regen halten gewisse Wanderhosen noch gut ab).
Fazit: Ich würde auf jeden Fall zu Regenjacke + Regenhose + Rucksackhülle raten!
Das Zeug muss auch nicht soo teuer sein, meine Regenjacke ist von K-Way und hat damals 50 Euro gekostet und die hab ich nun auch schon ein paar Jahre. Die Regenhosen waren auch recht günstig (weiß den Preis nicht mehr, die sind noch älter), also man muss da auch nicht immer das teuerste Markenzeug kaufen, denn normalerweise trägt man die Regenklamotten ja (hoffentlich) nicht permanent. Die Rucksackhüllen sind sowieso recht günstig (z. B. bei Globetrotter, ich hab so eine von Four Seasons).
Also man kann hier schon relativ günstige Sachen finden, wenn man sich ein bisschen in verschiedenen Läden oder unter verschiedenen www-Adressen umsieht. Irgendwas davon wegzulassen ist jedenfalls nicht zu empfehlen. Ich war vor Jahren mal mit Poncho und ohne Regenhose unterwegs und hab bei starkem Regen irgendwo auf der Isomatte sitzend das Wegziehen eines Gewitters abgewartet - die Hosen wurden nass, das Wasser kroch hoch, binnen kürzester Zeit waren die Unterhosen davon erfasst und das Ergebnis war - obwohl ich sonst glücklicherweise keine Beschwerden hatte - dass ich 2-3 Tage ohne Stimme auskommen musste.
Im darauffolgenden Jahr hatte ich dann eine Regenhose dabei.


Kilpailu ei kuulu erämaahan

zuletzt bearbeitet 28.01.2010 16:44 | nach oben springen

#4

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 28.01.2010 21:46
von Anne | 1.417 Beiträge

Hallo,

ich halte einen Poncho im Fjäll auch für eher nachteilig. Eine teure GoreTex-Jacke ist aber auch nicht nötig, die günstigen JAcken sind vielleicht nicht so atmungsaktiv oder langlebig, aber reichen voll aus. Gamaschen sind wohl Ansichtssache. Manche schwören drauf, andere nicht. Ich auch nicht .

lg Anne

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#5

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 28.01.2010 22:22
von annette | 29 Beiträge

Hallo!
Bei leichtem Nieselregen finde ich den Poncho ideal, sofern es einigermaßen windstill ist. Allerdings gehts dann meistens auch ohne. Bei stürmischem Wetter mit starkem Regen (quasi wagrecht fallend...) ist er aber ziemlich nutzlos, weil er immer irgendwo hochklappt und sich aufwickelt - diese Befestigungslaschen helfen nicht wirklich. Außerdem wirds ganz schnell kalt, das Ding hält Wind nicht richtig ab. So richtig dicht ist meiner (Wäfo) auch nicht, d.h. da, wo das Gewebe aufliegt, kommt bald Wasser durch. Wenn also das Wetter richtig eklig wird, ist eine einfache Regenjacke m.E. viel mehr wert. Ich finde, wenn sie zu groß ist, ist es nicht so schlimm, wenn sie nicht oder kaum atmungsaktiv ist.
Ich wünsch Dir aber gutes Wetter - so oder so!
Annette

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#6

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 29.01.2010 09:11
von Hartwig | 341 Beiträge

Hallo,
Poncho hatte ich nur einmal mit. Bei Wind flattert das Ding furchtbar herum und bei Steigungen klebte der nasse Poncho oft an den Oberschenkeln und hat genervt. Gamaschen mit Wanderstiefeln haben den Vorteil dass man durch kleine Rinnsale und Pfützen einfach durchlaufen kann.
Hartwig

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#7

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 29.01.2010 21:17
von bergeskind | 10 Beiträge

Ich weiß den Poncho sehr zu schätzen, allerdings meist für Funktionen, für die er nicht gebaut ist: Decke für Pausen, Zeltvordach, Not-Isomatte (ich wandere oft mit einer sehr sparsamen Isomatten-Variante)... Im Sommer würd ich ihn (wieder) auf Bergtouren mitnehmen, hat auch bei Regen gute Dienste geleistet. Das Geflattere ist gewöhnungsbedürftig aber wenns den ganzen Tag regnet, hat die Außenhaut schon auch Vorteile. Auf gar keinen Fall ist er aber ein Ersatz für eine Jacke!! Tipp: Die altmodischen Regenjacken aus der Schulausflugzeit (gibts auch 2nd hand) sind gar nicht so schlecht. Vielleicht farblich nimmer "in", aber als Regenüberzug durchaus gut geeignet und eine gute Ergänzung zu einer nicht wasserfesten Jacke.

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#8

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 13.02.2010 19:54
von Geko | 7 Beiträge

Zunächst einmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

Insgesamt scheint der Tenor ja dahingehend zu sein, dass eine Goretex-Jacke und Hose die bessere Wahl ist. Allerdings stellt sich mir noch ein weiteres Problem, das ich durch die Benutzung eines Ponchos im Keim ersticken kann. Mein Hobby ist die Fotografie und ich werde eine Spiegelreflexkamera samt Zubehör in einer Umhängetasche mitnehmen. Diese Ausrüstung ist zu groß, um sie mit im Rucksack zu verstauen. Es gibt aber auch keine wasserdichten Taschen, die sich für eine solche Tour eignen. Denn einen Fotokoffer wollte ich nicht mitschleppen . So bietet es sich also an einen Poncho als Überzug zu benutzen, sodass auch meine Kamera trocken bleibt.

Ich habe lange nachgedacht und habe keine Alternative gefunden. Wenn ihr mir auch hierbei weiterhelfen könnt, wäre das spitze...

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#9

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 13.02.2010 21:14
von Fjaellraev | 265 Beiträge

Muss denn die ganze Ausrüstung ständig griffbereit sein?
Doch eigentlich nicht.
Pack die Kamera mit dem am häufigsten verwendeten Zoom in eine wasserdichte Ortlieb Aquazoom oder Aquazoom Plus und den Rest in den Rucksack. Bei Bildern die du nicht mit dem Standardobjektiv machst, nimmst du dir in der Regel eh auch genug Zeit um auch den Rucksack abzusetzen.
Wenn es denn unbedingt die Umhängetasche sein muss, was ich mir äusserst unpraktisch vorstelle, schneide halt in den Boden eines Müllsacks für den Riemen passende Löcher und pack diese Hülle bei Regen drüber.

Henning

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#10

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 14.02.2010 01:17
von Anne | 1.417 Beiträge

Hi Geko,

meiner Erfahrung nach ist es -wenn es im Fjäll richtig regnet- sowieso alles naß, trotz der Regenjacke/Poncho. Aus diesem Grund würde ich einfach mal behaupten, daß es keine gute Lösung ist, beim Regenschutz der Kamera auf den Poncho zu setzen. Da muß also eh zusätzlicher Regenschutz her, was dem Poncho wieder einen Punkt abzieht (darüberhinaus wirst du den Poncho nicht immer tragen, wenn die Kamera wassergeschützt sein soll). Im Übrigen, wie willst du mit einem Poncho vernünftig fotografieren ohne daß dir Wasser sonstwohin läuft? Probier das mal unter der Dusche aus...

Das mit der Umhängetasche würd ich allerdings auch grundlegend nochmal überdenken, mich würde das tierisch nerven (auf die Dauer, 4-8 Stunden wandern und ständig den Rucksack und das Teil zurechtlegen zu müssen).

Anne

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#11

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 14.02.2010 11:35
von Sápmi | 283 Beiträge

Ich weiß ja nicht, wie groß die Fotoausrüstung insgesamt ist, aber es gibt doch auch solche Foto-Hüfttaschen, vielleicht wäre das eine Möglichkeit?
Ich hab meinen Apparat (der allerdings nicht sehr groß ist) beim Wandern auch immer in einer (normalen) Hüfttasche, eben um ihn stets greifbar zu haben, ohne umständlich den Rucksack absetzen zu müssen. Gegen mögliche Nässe packe ich ihn stets in eine kleine Plastiktüte, und das Ganze kommt dann eben in die Hüfttasche.


Kilpailu ei kuulu erämaahan

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#12

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 14.03.2010 11:58
von Geko | 7 Beiträge

Zunächst einmal vielen Dank für eure Hilfe. Die Idee Poncho habe ich mittlerweile aufgrund der durchweg schlechten Erfahrungen aufgegeben. Eine Regenjacke habe ich mittlerweile auch besorgt. Die Kamera wird in einen wasserdichten Sack mit Rollverschluss gepackt, falls es regnet und kommt dann in oder an den Rucksack. Je nach dem wie viel Platz ich noch habe.

Die Idee einen Poncho zu kaufen war, wie ich geschrieben hatte, quasi aus der Not geboren, da ich weder genug Geld für eine Goretexjacke, noch für eine gute wasserdichte Fototasche hatte und habe.

Bei der Jacke ist die Wahl jetzt auf ein Produkt gefallen, das hoffentlich hält was es verspricht. Hier der Link:

http://www.asmc.de/de/Bekleidung/Naesses...ic-khaki-p.html

Bei einem Test unter der Dusche hat das Material als solches durchaus überzeugt. Nur die Reißverschlüsse sind nicht die besten. Aber ich hoffe mal, dass es nicht so übel regnen wird, wie unter meiner Dusche ;-). Um auf Nummer sicher zu gehen, werde ich die Jacke noch imprägnieren. Habt ihr eine Empfehlung, welches Mittel eurer Ansicht nach am besten ist?

Vielen Dank....

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#13

RE: Poncho - Pro und Contra

in Ausrüstung und Wandertechnik 25.05.2010 01:38
von bergeskind | 10 Beiträge

hallo geko,
bezüglich imprägnieren würde ich dir raten, die jacke, die ja noch neu ist und nicht gewaschen, wenn überhaupt, mit einem spray zu imprägnieren. es gibt ja auch das spezial-waschmittel zum imprägnieren, mit dem ich auch recht gute erfahrungen gemacht habe. erfahrungsgemäß setzt das waschen der funktionsfähigkeit von hightechmaterialien aber ziemlich zu, d.h. eine neue jacke mit imprägniermittel zu imprägnieren wird wahrscheinlich ein ziemliches verlustgeschäft (nicht nur, weil das waschmittel relativ teuer ist).
lg, bergeskind

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